ISWI 2011

„crossing borders“

13. – 22. Mai 2011

Vom 13. – 22. Mai 2011 fand die 10. Internationale Studentenwoche in Ilmenau statt. Unter dem Motto „crossing borders“ drehte sich 10 Tage lang alles um das Thema Freiheit.

Ein Mensch kann nicht frei sein, wenn ein anderer es nicht ist, weil es sich dann nicht um Freiheit, sondern um ein Privileg handelt.[1]

Frei zu sein, der Besitzer eines eigenen Verstandes und Körpers zu sein, ein freier Wille – all dies sind Ausdrucksformen von Freiheit. Doch was bedeutet Freiheit eigentlich? Von einigen Menschen wird der Begriff mit der Absenz von Zwängen beschrieben. Für viele bedeutet er jedoch mehr. Er bedeutet, sich selbst und seine Träume zu verwirklichen. Er kann aber auch Kampf und Entbehrung bedeuten, um Freiheit zu gewinnen oder diese zu verteidigen. Gleichzeitig bedingt der Genuss von Freiheiten jedoch auch Verantwortung und Maß, denn wir sind mit unserer physischen Existenz mit dem Problem konfrontiert, dass wir uns nicht von allen Zwängen befreien können. So gelten bislang für alle Menschen die Naturgesetze in gleicher Art und Weise und es wird aufgrund der Endlichkeiten in unserer Welt offenbar, dass wir mit einer zügellosen Ausnutzung all unserer Freiheiten andere Freiheiten unweigerlich einschränken und am Ende unsere eigene Existenz in Gefahr bringen. Dies kann an Phänomenen wie der aktuellen Finanzkrise oder dem Klimawandel nachvollzogen werden.

Aus diesen Widersprüchen und Zwängen heraus ergeben sich Spannungsfelder, die sich durch alle Facetten unseres Lebens ziehen und als grundlegende Fragen durch jede Generation neu beantwortet werden müssen; seien es Diskussionen zum Thema Freiheit und Sicherheit, zur Ethik oder zu den Grundlagen von Konflikten. Denn gerade in unserer schnelllebigen Welt mit all ihrem Fortschritt und ihrer Technologie, aber auch ihrer Ungleichheit und Armut, verschieben sich die Grenzen und Prioritäten der Gesellschaft immer schneller, sodass viele dieser Fragen neu aufgeworfen und beantwortet werden müssen.

Hier ist der Punkt, an dem wir als Organisierende der ISWI 2011 ansetzen wollten. Wir wollten den Teilnehmenden und allen Interessierten und Beteiligten eine offene Plattform für den Meinungsaustausch über diese Spannungsfelder bieten. Hier bekamen sie die Möglichkeit in Gruppenarbeit, Workshops, Diskussionen, Vorträgen und persönlichen Gesprächen ihre Argumente auszutauschen, die Themen von unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und zu diskutieren. Denn wir sind der Meinung, dass gerade der interkulturelle Dialog einen wichtigen Beitrag für die Entstehung von Toleranz und Völkerverständigung leisten kann, die nach unserer Auffassung im Kontext des Themas „Freiheit“ eine herausragende Rolle spielen. Deshalb wollten wir einen aktiven Diskurs anstoßen und innerhalb der zehn Tage auf bestehende Probleme aufmerksam machen, Standpunkte aufzeigen und gemeinsam mit den Teilnehmenden, den ReferentInnen und allen Interessierten Ideen und Lösungswege entwickeln, die im Sinne einer nachhaltigen Gesellschaft allen Menschen ein Maximum an Freiheit garantieren können.


[1] Alexei Tsvetkov (*1947), russischer Dichter und Schriftsteller