{"id":3821,"date":"2019-06-13T17:00:06","date_gmt":"2019-06-13T15:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/iswi.org\/?p=3821"},"modified":"2019-06-13T17:00:06","modified_gmt":"2019-06-13T15:00:06","slug":"die-iswi-2019-zwischen-taenzen-traditionen-und-ticketschaltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iswi.org\/en\/2019\/die-iswi-2019-zwischen-taenzen-traditionen-und-ticketschaltern\/","title":{"rendered":"Die ISWI 2019 \u2013 Zwischen T\u00e4nzen, Traditionen und Ticketschaltern"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3837\" aria-describedby=\"caption-attachment-3837\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/47942142117_269a11971c_z.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3837 size-medium\" src=\"https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/47942142117_269a11971c_z-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/47942142117_269a11971c_z-300x200.jpg 300w, https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/47942142117_269a11971c_z.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3837\" class=\"wp-caption-text\">Wer mehr \u00fcber das Programm der ISWI 2019 erfahren m\u00f6chte, kann gerne auf der ISWI 2019 Webseite de2019.iswi.org vorbeischauen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine vietnamesische Studentin steht \u2013 etwas ratlos -in einem Bahnhof vor einer buntblinkenden Kontrollschleuse. Der Mann im wei\u00dfen Anzug vor ihr gibt ihr lautstark Anweisungen: \u201eWalk slowly! No, no. Start again. Now turn around. Stop!\u201c Es bildet sich eine Traube von Menschen um sie herum, die stetig w\u00e4chst. Halb belustigte, halb verwunderte Blicke verfolgen, wie das M\u00e4dchen noch einmal r\u00fcckw\u00e4rtsrennend die Schleuse durchquert. Der Mann im wei\u00dfen Anzug sieht sie pr\u00fcfend an. W\u00e4re dies ein echter Bahnhof, h\u00e4tte unsere Studentin jetzt ein Problem. Doch, werte Leser und Leserinnen wir befinden uns in \u201eTime Travel Station\u201c. Darf ich vorstellen: das verr\u00fcckteste Kulturprojekt der diesj\u00e4hrigen ISWI 2019! Fast ein Jahr hat es gedauert bis das Kulturteam diese Idee f\u00fcr die Internationale Studierendenwoche in Ilmenau verwirklichen konnte. Dann war es soweit, das gesamte Foyer des Humboldtbaus der Technischen Universit\u00e4t wurde innerhalb weniger Stunden in einen Zeitreisebahnhof verwandelt. Graue Stoffbahnen spannten sich \u00fcber den K\u00f6pfen zu einer majest\u00e4tischen Hallendecke, zwei Zeitreisende beugten sich \u00fcber einen kleinen gelben Ticketschalter. Hinter ihnen hatte sich bereits eine beachtliche Schlange gebildet, durch die ein Dieb in braunen Lumpen huschte. Undeutliche Ansagen aus knisternden Lautsprechern und umherwandernde Marsmenschen, die Interviews f\u00fcr ihre eigene TV- Show drehten, vervollst\u00e4ndigten das Bild. Wer hier ein Ticket bekam oder in einen Expresszug stieg, wurde entweder von einer kost\u00fcmierten Person zu einem geschlossenen Workshop geleitet oder konnte vor dem Bahnhofsgel\u00e4nde selbst von Stand zu Stand laufen. Passend zum diesj\u00e4hrigen Thema Tradition und Wandel wurden in diesen Mitmach-Workshops Handwerk von gestern und Technik von heute nebeneinandergestellt und f\u00fcr die Besucher*innen anfass- und erlebbar gemacht.<\/p>\n<p>Einen Wandel erlebte auch das stille, gerade aus dem Winterschlaf erwachte Ilmenau als am Freitag, den 17.05. die ersten Teilnehmenden am Ilmenauer Bahnhof (diesmal kein fiktiver) eintrafen. Nachdem unsere insgesamt 336 internationalen G\u00e4ste erfolgreich bei sogenannten \u201eHosts\u201c (meist Studierende und Stadtbewohner*innen, die einen Schlafplatz und ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck bereitstellten) untergebracht waren, begann f\u00fcr sie bereits am Samstag die Woche mit vollem Programm. Aufgew\u00e4rmt durch das Sportfest, begegneten unsere Teilis zum ersten Mal ihren jeweiligen \u201eGroupleadern\u201c. Abends wurde die 14. Internationale Studierendenwoche dann feierlich mit der Er\u00f6ffnungsveranstaltung und der Welcome Party eingel\u00e4utet. Doch in dieser Woche ging es nicht nur um Partys. In vier Tagen Gruppenarbeit zu verschiedenen Themen wie Philosophie, Menschenrechte, Umwelt hatten alle Teilnehmenden unter dem Motto \u201eVom Wandel und M\u00f6glichkeiten: Auf (ein) Wiedersehen, Tradition?\u201c die Chance, gegenseitige Vorurteile zu \u00fcberwinden, Vorschl\u00e4ge auszutauschen, Probleml\u00f6sungen zu diskutieren und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Inspiration bot dazu neben Vortr\u00e4gen zu den Themen Umweltschutz und Rechtspopulismus, einer Podiumsdiskussion zum Thema Migration sowie den zwei Filmvorf\u00fchrungen von \u201eThe Cleaners\u201c und \u201eFemale Pleasure\u201c unter anderem auch der Er\u00f6ffnungsvortrag von dem norwegischen Friedensaktivist Dr. Steinar Bryn, der Friedensprojekte auf dem Balkan und weltweit begleitet und mit seiner kritischen Auseinandersetzung zum Thema \u201eDialog\u201c auch unsere internationalen G\u00e4ste zum Denken und Debattieren anregte.<\/p>\n<p>Und wie kann man Menschen unterschiedlichster Herkunft noch zum gegenseitigen Austausch verhelfen? Nat\u00fcrlich durch Musik, Essen und Tanzen! \u00a0Genau diese Voraussetzungen waren beim World Food Festival am Sonntag, den 19.05. gegeben. Trotz m\u00fcrrischen Wetters, das selbst eingefleischte Ilmenauer*innen mit Hagelregen in Bedr\u00e4ngnis brachte, herrschte in der Eishalle eine ausgelassene Stimmung. Von Philippinischer Schokolade bis hin zu bulgarischem Geb\u00e4ck konnte man sich quer durch die Welt verkosten, zwischen den Tischen hin und her schlendern und die bunten Gew\u00e4nder der kulinarischen Experten bewundern. Die kleine Tanzfl\u00e4che wurde fast \u00fcberrannt von Liederdarbietungen, Traditionellen T\u00e4nzen und der lachenden h\u00fcpfenden Masse.<\/p>\n<p>Den kulturellen H\u00f6hepunkt bildete jedoch das Open Air am Mittwoch, den 21.05., welches die Eishalle noch einmal fast f\u00fcllte. Die tanzende Menge konnte sich unter den bunt kreisenden Lichtern zu Rhythmen und Melodien der Th\u00fcringer Band Skavida und der Reggae Queen Sista Awa und ihrer Crew bewegen. Den kr\u00f6nenden Abschluss spielte die Deutsch-brasilianische Musikgruppe Emersound, die mit ihrem bunten Mix aus Hip Hop und lateinamerikanischen Kl\u00e4ngen unsere Zuschauer*innen mit m\u00fcden F\u00fc\u00dfen aber l\u00e4chelnden Gesichtern in die Nacht entlie\u00dfen. Schlie\u00dflich wartete der n\u00e4chste Tag mit den aufregenden M\u00f6glichkeiten des Share Spaces. Es handelte sich um einen Tag, bei dem die Studierenden selbst Vortr\u00e4ge oder Workshops zu beliebigen Themen anbieten konnten. Ihnen waren keinerlei Grenzen gesetzt. Die einzige Regel: die Zeit zu nutzen, in sich selbst vertrauen, und seine bzw. ihre beiden F\u00fc\u00dfe zu benutzen, sobald man nichts mehr lernt, um zu einem anderen Workshop zu gehen. So entstanden neben Diskussionen zum Thema Bildung und Frauenrechte unter anderem ein Meditations- und Entspannungskurs.<\/p>\n<p>Es wurde gelacht, geredet, getanzt und pl\u00f6tzlich, schneller als gedacht war der Tag der Pr\u00e4sentationen und der Abschlussveranstaltung gekommen. Das Programm war ebenso vielf\u00e4ltig wie die jeweiligen Gruppenmitglieder: Musik, Tanz, Theater, Kurzfilme und flammende Reden wurden vorgetragen und gezeigt.<\/p>\n<p>Und dann war es da: das ISWI-Gef\u00fchl. Denn es spielte keine Rolle mehr, dass die Teilnehmenden 77 verschiedene Nationalit\u00e4ten vorwiesen. Im Audimax standen in diesem Moment keine L\u00e4ndergrenzen im Weg. Alle lachten und lauschten als Teil dieser Welt, die sie ver\u00e4ndern m\u00f6chten. Auch wenn verschiedenste Ansichten zum Motto vorlagen, jedem*jeder ist in den 10 Tagen klar geworden, dass Traditionen gemeinsamer Freundschaft nicht im Wege stehen. Und vielleicht nehmen sie nicht nur ihre Koffer wieder zur\u00fcck, sondern tragen auch ein kleines bisschen Wandel in die Welt hinaus.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine vietnamesische Studentin steht \u2013 etwas ratlos -in einem Bahnhof vor einer buntblinkenden Kontrollschleuse. Der Mann im wei\u00dfen Anzug vor ihr gibt ihr lautstark Anweisungen: \u201eWalk slowly! No, no. 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