{"id":3825,"date":"2019-06-13T16:55:02","date_gmt":"2019-06-13T14:55:02","guid":{"rendered":"http:\/\/iswi.org\/?p=3825"},"modified":"2019-06-13T16:55:02","modified_gmt":"2019-06-13T14:55:02","slug":"erfahrungen-einer-iswi-fsjlerin-die-welt-gleich-vor-der-haustuer-oder-mit-gaffer-haelt-das-schon-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iswi.org\/en\/2019\/erfahrungen-einer-iswi-fsjlerin-die-welt-gleich-vor-der-haustuer-oder-mit-gaffer-haelt-das-schon-zusammen\/","title":{"rendered":"Erfahrungen einer ISWI FSJlerin \u2013 die Welt gleich vor der Haust\u00fcr oder \u201eMit Gaffer h\u00e4lt das schon zusammen!\u201c"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3833\" aria-describedby=\"caption-attachment-3833\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/DSC_0225.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3833 size-medium\" src=\"https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/DSC_0225-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/DSC_0225-300x200.jpg 300w, https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/DSC_0225-768x512.jpg 768w, https:\/\/iswi.org\/wp-content\/uploads\/DSC_0225-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3833\" class=\"wp-caption-text\">Als angehende Rapperin w\u00fcrde ich \u00fcber die Erfahrung sagen: &#8222;Ich steh fest in meinem Business, ich bin bodenst\u00e4ndig, hab die Tastatur gut im Griff, ich schreibe zweih\u00e4ndig.&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gr\u00fcbelnd sitze ich vor meinem Laptop und starre auf das wei\u00dfe Word Dokument. \u201eIch\u201c hei\u00dfe Anni, bin die kulturelle FSJlerin eines Studierendenvereins namens ISWI und gerade mit der Gesamtsituation \u00fcberfordert. Schon seit einer halben Stunde versuche ich meine gesammelten Erfahrungen und Erlebnisse eines fast beendeten Freiwilligen Jahres in einen Kompakttext f\u00fcr unsere Webseite zu quetschen. Puh, gar nicht so einfach.<\/p>\n<p>Es kommt mir so vor als h\u00e4tte ich erst gestern meinen ersten Arbeitstag gehabt. Damals hab ich mich noch gefragt, wie man sich denn alles merken kann: wo h\u00e4ngt jetzt genau der Schl\u00fcssel, wen muss ich anrufen und vor allem wie funktioniert das Wlan (wir haben n\u00e4mlich nicht einfach einen stinknormalen Router und ein \u00fcbergreifendes Wlan, oh nein, an einer Technischen Uni gibt es einen eigenen Verein der sich darum k\u00fcmmert und wehe es gibt nicht mindestens drei offizielle Lans in einem Raum). Heute kann ich sogar den ISWI Gesichtern, die nur ab und zu ins B\u00fcro lunzen, mal l\u00e4nger vor dem Computerbildschirm h\u00e4ngen oder auf einen Kaffee bleiben, Namen zu ordnen.\u00a0 Ich wei\u00df sogar wo die Kekse versteckt sind und das ist ein deutliches Zeichen, das ich jetzt offiziell hier zu Hause bin. W\u00fcrde ich \u00fcber die ganze Zeit bis \u201eheute\u201c berichten, m\u00fcsste ich ein Buch schreiben. Das w\u00fcrde allerdings l\u00e4nger als die Verfassung des Gesamtwerks von Game of Thrones dauern, also habe ich hier meine coolsten Ereignisse in nicht chronologischer Reihenfolge zusammengefasst:<\/p>\n<p>Am besten in Erinnerung ist mir jener Moment geblieben, in dem ich mit meinen Mitstreitern aus dem Kulturteam zur Internationalen Studierendenwoche in Ilmenau (ISWI) 2019 in der riesigen Eishalle stand und ein eigenes Walkie Talkie bekommen habe. In diesem Moment habe ich mich unheimlich wichtig und professionell gef\u00fchlt und zugleich gemerkt, dass es ernst wurde. Selbst acht Monate Planung konnten mich nicht darauf vorbereiten. Noch spannender war die anschlie\u00dfende Autofahrt durch den str\u00f6menden Regen zur\u00fcck zum B\u00fcro, die ich im gro\u00dfen Transportwagen vorne auf dem Beifahrersitz, immer noch mit Walkie Talkie Totalverkablung und entsprechenden Kopfh\u00f6rern im Ohr und der musikalischen Begleitung von Rammstein genie\u00dfen durfte. Oder das Erlebnis meiner zwei eigens organisierten Partys. Die erste: eine Ska Party, w\u00e4hrend der ich im Backstage mit meiner SELBST eingeladenen Band gequatscht und Weintrauben gefuttert habe. Sp\u00e4ter als ich auf der Tanzfl\u00e4che geh\u00fcpft und gesprungen bin, bis mir die F\u00fc\u00dfe wehtaten, war ich froh dar\u00fcber war, dass alles geklappt hat. Meine zweite Party fand gleich zu Beginn der ISWI statt und war die Willkommensparty, auf der sich unsere Teilnehmenden kennenlernen und gemeinsam den Start dieser besonderen Woche feiern konnten. Es war ebenfalls ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl, die hereinstr\u00f6mende Menschenmenge zu sehen mit dem Wissen, dass ich einen kleinen Teil dazu beigetragen habe, diese Veranstaltung zu realisieren. Weitere Highlights waren f\u00fcr mich die Mensainfost\u00e4nde in der Vorbereitung der ISWI. Klingt erstmal nicht so spannend. Es machte aber wirklich Spa\u00df, auf fremde Menschen zu zugehen und sie (manchmal auf sehr witzige Art und Weise) f\u00fcr die ISWI zu gewinnen. Ich wei\u00df auch noch, wie aufgeregt ich war als ich im gro\u00dfen Audimax vor den neuen Studis meinen Verein kurz pr\u00e4sentieren durfte. Im Nachhinein betrachtet fast so toll wie das Gef\u00fchl als ich mir selbst erarbeitet habe, wie ich Webseiten im HTML Code gestalten kann und es tats\u00e4chlich funktioniert. Oder der Moment, in dem ich mich w\u00e4hrend des Wichtelwochenendes im Battle Rap versucht habe.<\/p>\n<p>Meine Mutter ist der Meinung, dass ich in diesem Jahr erwachsener und ernsthafter geworden bin. Letzteres stimmt vielleicht nicht so ganz. Man muss sich nur an den denkw\u00fcrdigen Vorbereitungsabend kurz vor ISWI Beginn erinnern, bei den man den gro\u00dfen Fehler gemacht hat mir Fingermalfarbe in die Hand zu dr\u00fccken, damit ich einen wei\u00dfen Kittel \u201edekorieren\u201c kann. Spoiler: Danach war die Fingermalfarbe \u00fcberall.<\/p>\n<p>Einige Dinge haben sich aber auf jeden Fall f\u00fcr mich ger\u00e4ndert. Nicht nur dass ich mit den Postfrauen, dem D\u00f6nerverk\u00e4ufer und dem Leierkastenmann per \u201eDu\u201c bin, das vergangene Jahr hat mir mehr Selbstvertrauen gegeben, als ich beschreiben kann. Mit einer l\u00e4ssigen Selbstverst\u00e4ndlichkeit kann ich jetzt Bands anrufen und buchen, als Expertin f\u00fcr Kennenlernspiele Workshops halten, an Webseiten rumbasteln, und Aufgaben verteilen und koordinieren. Ich habe gelernt, Notl\u00f6sungen zu basteln, wobei Gaffa und Edding meine stetigen Begleiter geworden sind. Ich habe auch gelernt wie man beides wieder abkriegt, wenn es nicht da ist wo es soll, wie man Bierzeltgarnituren am schnellsten aufbaut, wie man Emails fehlerfrei und schnell schreibt (ich brauche jetzt zumindest keine 15 Minuten mehr f\u00fcr eine Mail), wie VGA und DVI Anschl\u00fcsse aussehen, wie man Kabel korrekt einrollt und dass Kabelbr\u00fccken einr\u00e4umen hingegen ziemlich nervig ist.<\/p>\n<p>Andere Abiturienten machen ein Auslandsjahr in Spanien, Neuseeland oder Lateinamerika. Ich jedoch ging nach Ilmenau und Amerika, Asien und Afrika kamen zu mir. Klar gab es auch selten Momente, in denen ich mein Bett und die warme Umarmung meiner Kissen trotzdem nicht verlassen mochte. Aber ich bin so dankbar f\u00fcr alles was ich w\u00e4hrend diesem einen Jahr gelernt und welche wundervollen Menschen ich in dieser Zeit kennengelernt habe. All das werde ich mitnehmen. Und wer wei\u00df, wahrscheinlich war das nicht meine letzte Studierendenwoche. Bis dahin: auf (ein) Wiedersehen ISWI!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00fcbelnd sitze ich vor meinem Laptop und starre auf das wei\u00dfe Word Dokument. \u201eIch\u201c hei\u00dfe Anni, bin die kulturelle FSJlerin eines Studierendenvereins namens ISWI und gerade mit der Gesamtsituation \u00fcberfordert. 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